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| zu den Probenfotos |
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"Hunger"
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Freie Presse
Wittlager Kreisblatt
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Sächsische Zeitung
Holsteiner Courier
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TV-Beitrag zum Stück |
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| Videoauschnitt von der Generalprobe |
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| zu den anderen Inszenierungen |
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| Aus dem Gästebuch des Weimarer Kultur-Express´:
Halli Hallo,
Anfang Oktober bzw. Ende September wurde bei uns am Gymnasium Lübz das Stück "Hunger - Der Killer in mir" aufgeführt.. Bin gerade durch Zufall auf dieser Seite gelandet und wollte nur nochmal DANKE für die authentische Aufführung sagen! Am Anfang, als die Suppenkaspergeschichte vorgetragen wurde, wäre ich am liebsten rausgerannt.. Das war ziemlich hart. Hat mir tausende Schauer über den Rücken gejagt, liegt wahrscheinlich daran, dass ich selbst betroffen bin.
Toll gespielt! Hoffe ihr kommt nochmal wieder. (S.)
Heute haben wir in der Realschule Vechelde eine ganz tolle Theaterauf-führung vom Kultur-Express gesehen.
(So leise habe ich unsere Schüler in der Aula ewig nicht erlebt...)
Herzlichen Dank und weiterhin dem team ALLES GUTE!
Wir werden Euch weiterempfehlen.
Karin von Conradi (Eine Lehrerin)
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| zu weiteren (Schüler-) Meinungen im Gästebuch des Kulturexpress´ |
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Freie Presse
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(Rechtschreib-, Druck- und andere Fehler werden als Zitat der abgedruckten Kritiken originalgetreu übernommen !) |
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Schokodiät endet in der Bulimie
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| Weimarer Kulturexpress macht Halt an der Pestalozzi-Mittelschule |
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Oberlungwitz. Das Theaterstück "Hunger!? - Der Killer in mir" vom Weimarer Kultur- Express wurde gestern vor Acht- und Neuntklässlern der Pestalozzi-Mittelschule im Saal der Gaststätte "Zur Post" aufgeführt.
Das 70-minütige Bühnenstück behandelt das Thema Ess-Brech-Sucht und Magersucht und versucht so, Jugendliche über die Ursachen, Symptome und Folgen dieser schweren psychischen Krankheiten aufzuklären. Die Idee stammt von einer Schau-spielerin des Weimarer Kulturexpress´, die selbst an Bulimie erkrankte. Zusammen mit dem Regisseur Patric Tavanti entwickelte sie eine szenische |
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| (Foto: Freie Presse, 10.09.2004) |
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Umsetzung ihrer Erfahrungen.
Bemerkenswert ist, dass nur zwei Schauspielerinnen vor ein und demselben Bühnenbild das gesamte Stück vorführen. Die Inszenierung lebt dabei von den ergreifenden Dialogen der Charaktere Mara (Jutta Bayer) und Nele (Eva Kraiss). Beide sind Freundinnen, wobei Mara die Dominatere ist und Nele ihr immerzu nacheifert. Nachdem Mara die ersten sexuellen Erfahrungen sammelt, aber bald darauf von ihrem Freund verlassen wird, hört sie Gerüchte, das er nun mit einer "Dünneren" zusammen sei. Für Mara ist die Schlussfolgerung klar, und so wettet sie mit Nele, wer von beiden am meisten Gewicht abnehmen kann. Nachdem weder eine Schokoladen- noch eine Suppendiät zum gewünschten Erfolg führen, beginnt Mara, alles, was sie isst, wieder zu erbrechen. Nele tut es ihr ihr wie immer gleich und so verfallen beide der heimtückischen Krankheit. Mara "ernährt" sich bald nur noch von Abführtabletten. Doch an einem Punkt, als es fast schon zu spät ist, setzt sich Nele endlich über Mara hinweg. Sie fasst einen Entschluss, der das Leben der beiden Mädchen für immer verändert, und erkennt: "Keiner kann dich lieben, wenn du dich nicht selbst liebst".
Das Stück passe sehr gut in den Lehrplan und in das Projekt der "Gesundheitsfördernden Schule", sagte die Deutsch- und Sportlehrerin Viola Klötzer, die zu den Leitern dieses Projektes zählt. Seit dem vergangenen Schuljahr haben Neigungskurse, die später zusammen mit den Fächern Informatik und Wirtschaft-Technik-Hauswirtschaft zu Hauptfächern werden, die früheren Profile abgelöst. Die Schüler ab der siebten Klasse können sich nun zwischen fächerübergreifenden Kursen wie "Gesund und fit" oder "Gesund und schmackhaft" entscheiden. |
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(Chistian Silbermann, FP, 10.09.04) |
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Wittlager Kreisblatt
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Wenn der Gewichtsverlust zum Lebensinhalt wird...
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| Theaterstück "Hunger!?" regte zum Nachdenken an |
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Bohmte. Hunger?! Auf Initiative von Wolfgang Jordan, Beratungslehrer an der Haupt-und Realschule Bohmte, gastierte jüngst der Weimarer Kulturexpress im St.-Thomas-Gemeindezentrum Bohmte. In Szene gesetzt wurde das Stück "Hunger!? Der Killer in mir."
Zwei Teenager unterhalten sich über die Schule und den ersten Freund. Von Bulimie und Essstören ist zu Beginn des Stückes nichts zu hören. Es dreht sich alles um die ganz normalen Teenagerprobleme, die den jungen Zuschauern nicht fremd sein dürften.
Die Schauspieler Eva Kraiss aus Weimar und Jutta Bayer aus Berlin (alias Nele und Mara) ziehen die Schüler der HSR der Klassen sieben bis zehn schnell in ihre Geschichte hinein. Das gesamte Stück spielt in Maras Zimmer, wo sich die zwei 16-jährigen Teenager regelmäßig treffen.
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| (Foto: Kapetanakos, Wittlager Kreisblatt) |
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Mara ist bereits seit drei Monaten mit Lars aus ihrer Klasse zusammen. Doch nach dem ersten Sex wendet sich das Blatt. Sie wird von ihrem Freund verlassen. Da er nun mit der noch dünneren Laura (Lena, p.t.) aus der Parallelklasse zusammen ist, sucht Mara den Fehler bei sich: "Ich habe schon immer gewusst, dass er auf diese magere Ziege steht, da komme ich als fette Qualle natürlich nicht mit. Ich brauche eine Diät...", sagt sie ihrer Freundin energisch.
Der Kampf um die Kalorien beginnt. Die Freundinnen gehen eine verhängnisvolle Wette ein. Wer schafft es, die meisten Kilos abzunehmen... Plakate werden an die Wand des Zimmers gehängt, auf denen die Kalorien verschiedenster Nahrungsmittel zu lesen sind. Willkürlich und unreflektiert probieren sie Diätvorschläge aus Zeitschriften aus und steigern sich immer mehr in den Schlankheitswahn.
Im Laufe des 70-Minuten-Stückes wird drastisch auf die mittlerweile an Bulimie erkrankte Mara aufmerksam gemacht. Hinter der Bühne ist akustisch nachgestelltes Übergeben und die Toilettenspülung zu hören.
Die Schüler reagieren. Zudem ist, wenn Nele und Mara sich mit Beschimpfungen wie "fette Kuh" traktieren, so manches erschrecktes Gesicht im Publikum zu sehen.
Zwei Verläufe einer Essstörung werden in diesem Stück den jungen Schülern dargestellt. Während Nele sich in Therapie begibt, versucht sie Mara ebenfalls zu überzeugen, sich helfen zu lassen: "Du denkst, du kannst Menschen damit beeinflussen, indem du irgendeinem Ideal hinterherläufst? Wie können andere Menschen dich lieben, wenn du dich selbst nicht liebst. Ich habe in der Therapie gelernt, dass es nicht in erster Linie darum geht, dass andere Menschen mich lieben, sondern , dass ich mich zuerst liebe." |
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Aber Mara akzeptiert die Einsicht ihrer Freundin nicht: "Nur noch zwei Kilo", sagt sie, um die Krankheit zu überspielen, bevor sie tot zusammenbricht...
Im Anschluss der Aufführung standen die Schauspielerinnen den Schülern Rede und Antwort. Doch keiner der jungen Zuschauer traut sich zunächst, eine Frage zu stellen. So ergreifen Eva Kraiss und Jutta Bayer die Initiative und fragen nach dem Unterschied zwischen Bulimie und Magersucht. Ein Schüler erklärte ansatzweise den Unterschied. Die Schauspielerinnen führten dies weiter aus: "Magersucht ist eine Erkrankung, meistens von Mädchen und jungen Frauen, aber auch immer häufiger von Jungen und jungen Männern, bei denen das Selbstbild und Körperempfinden gestört ist und der Gewichtsverlust zum Inhalt des Denkens und Handels wird. Die Betroffenen empfinden sich als zu dick, auch wenn sie erhebliches Untergewicht aufweisen. Häufig ist Magersucht gepaart mit hohem Leistungsdenken auf |
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Hier geht´s zum Weimarer Kultur-Express |
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verschiedenen Ebenen des Lebens.
Bulimie ist durch wiederholte Attacken von Heißhunger, gefolgt von selbst herbeigeführtem Erbrechen gekennzeichnet. In aller Regel spielen sich solche Attacken in aller Heimlichkeit ab. Ein tiefes Schamgefühl ist ein wesentlicher wesentlicher Grund, die Erkrannkung auch vor den besten Freunden zu verstecken. Ein weiteres Kennzeichen für die Bulimie ist die fast permanente Beschäftigung der Betroffenen mit allem, was mit Essen, Kalorien, Körpergewicht, Diät und Figur etc. zu tun hat." |
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(Niko Kapetanakos, WKB, 17.11.04) |
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Sächsische Zeitung
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Wenn der Hunger zum Feind wird
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| Weimarer Kultur-Express gastiert mit ergreifendem Theaterstück an der 2. Mittelschule |
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| "Hunger" ist der Titel eines Theaterstückes, das der Weimarer Kultur-Express am Mittwoch an der 2. Mittelschule in Kamenz aufführte. Darin geht es um den Hunger zweier junger Mädchen nach Beachtung und eine Sucht, an die sie sich verlieren.
Wer ist schön, wer ist sexy? Die Frage an den oder die Einzelne(n) gestellt, würde die Antwort facetenreich wiedergegeben, wie unterschiedlich bunt die Welt der Empfindendungen ist. Aber Menschen orientieren sich gerne in Gruppe. Und genau dort werden Ideale zuweilen normiert. Die Alten Meister der Dresdner Gemäldegalerie erzählen in großartigen Bildern : Das weibliche Schön-
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heitsideal war einst drall und hatte Sinnlichkeit in den Blicken. Heute vermitteln superschlanke Models aus der Glimmerwelt oft ein anderes Bild. Millionenfach wird der Geschmack über die Bildschirme verbreitet. Im Mix von flachgehaltenen Teenager- und Frauenmagazinen und pubertären Weltsichten kann von diesen Geschmacksmustern eine Katastrophe ausgehen. Still und schleichend in der Entstehung, verheerend aber in den Folgen.
Der Weimarer Kultur-Express, ein freies Jugendtheater, brachte das Thema jetzt mit seinem Stück "Hunger" näher, das in der Sporthalle der 2. Kamenzer Mittelschule aufgeführt wurde. Es ging um Bulimie, Magersucht, Essstörungen und vor allem um die auslösenden Momente im Leben pubertierender Mädchen. Im Falle von Mara (Jutta Bayer) war es die große Liebe. An ihrem Hochgefühl hat auch die beste Freundin Nele (Eva Marianne Kraiss) teil. Aber auch Jungen haben es nicht leicht, sich selber zu verstehen in einer Welt voller neuer, inniger und doch gegensätzlicher Erfahrungen. Verletzungen können brutaler daherkommen, als sie gemeint sind.
Als Mara klar wird, dass der Typ ihrer Liebesträume jetzt mit einer zusammen ist, die sie für attraktiver hält, weil sie schlanker ist, beginnt ein Fiasko für beide Mädchen. Nele geht den Leidensweg als beste Freundin Schritt für Schritt mit. Zuerst kommen Diäten aus Teenagermagazinen. Die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen. Schneller Gewichtsverlust ist nur vermeitnlicher Erfolg. Denn der setzt sich nach einigen Tagen nicht weiter fort. Der Jo-Jo-Effekt bringt die Pfunde dem Körper zurück. Dazu kommt extremer Hunger. Paradox: Jetzt dreht sich alles nur noch ums Essen. Der Gang zur Waage wird zum Martyrium. Unwissenheit paart sich mit falschem Ehrgeiz. Mara und Nele merken nicht, dass ihre Haut grau wird.
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So ein Theater in der Schule!
Nicht, dass wir Schüler der Gesamtschule Peitz uns vor den Herbstferien besonders schlimm benommen hätten, nein - wir hatten eine Theatergruppe an der Schule. Der Weimarer Kulturexpress stellte uns das Stück "Der Killer in mir" vor. An diesem Tag wurden wir mit etwas vertraut gemacht, was uns sehr interessierte. Wer entscheidet, ob wir zu dick oder zu dünn sind? Das Kernthema der Veranstaltung war: Bulimie. Wir haben erfahren, dass Bulimie eine Essstörung ist, die schwerwiegende Folgen haben kann. Oftmals kommen Menschen ohne ärztliche Hilfe aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus. Wir haben gelernt, dass es viele verschiedene Gründe dafür gibt, dieser Krankheit zu verfallen. In unserem Beispiel waren es Eifersucht und Liebe! Eine dumme Wette löste die Kettenreaktion aus. Sehr bildhaft wurde uns gezeigt, was Abnehmen bedeutet: Kalorien sparen, Sport treiben, wöchentliches Wiegen, unregelmäßiges Essen, das Erbrechen von eingenommenen Nahrungsmitteln und die Einnahme von Abführmitteln. In diesem Stück wurden die beiden Mädchen, Mara und Nele, immer schwächer und mussten erkennen, das sie mit ihrer Diät ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Für unsere Schüler der Gesamtschule in Peitz war dies eine lehrreiche Veranstaltung, die wir anderen Schulen und Jugendeinrichtungen empfehlen können.
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| Krank und gereizt kommen sie daher. Sie sind das Gegenteil von dem, was sie sein möchten. Jetzt muten sie sich eine Tortur nach der anderen zu. Brechmittel, Abführmittel... Ihre Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und Beachtung treibt sie immer weiter in den Abgrund. Längst ist der Punkt überschritten, an dem sie sie allein nicht mehr helfen können. Genau das begreift Nele zwischen Brechanfällen und Depressionen noch im richtigen Moment. Sie schafft das Unglaubliche, geht in eine Klinik. Ihr Weg zurück ist schwer.Doch sie gibt nicht auf, lernt wo ihr Problem liegt, kann ihre Einstellung zu sich selbst verändern. Mara kann diese Kraft nicht mehr aufbringen, ihr Leben erlischt. |
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Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören, als das Stück zu Ende geht.
Die Fragen der Schüler stehen im Raum. "Wie lange braucht man, um da wieder raus zu kommen?", ist zu hören. Die Antwort der Schauspielerinnen ist vage: "Vielleicht so lange wie die Krankheit gedauert hat? Was ist die beste Art vorzubeugen? Klar, Schauspielerinnen sind keine Ärzte, sie fühlen aber in ihren Rollen. Ihre Hinweise: In Liebe gewachsenes Selbszbewußtsein macht stark. So kann man jeden Tag aufs Neue, das Schöne an sich selbst finden. Denn von ihrem Wesen her ist die Welt des Geschmacks kunterbunt, und jeder Mensch darin ist schön und sexy.
(Bernd Goldammer, SZ, 01.10.04)
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(Foto: Goldammer)
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Holsteiner Courier
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| Theaterstück "Hunger" beeindruckte Alexander-von-Humboldt-Schüler |
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Neumünster.
Wenn der Gang zur Waage zur Qual wird und die Gedanken ständig ums Essen kreisen, ist es oft passiert - die Essfalle hat zugeschnappt. Viele Mädchen, aber auch immer mehr Jungen, wollen dem Schönheitsideal der Models und Stars entsprechen und beginnen eine Diät. Doch was ist noch normal und wann wird es gefährlich? Am Ende dieser Diät-Spirale droht vielen Betroffenen unter anderem die "Bulimie", eine krankhafte Essstörung, die in rund 16 Prozent aller Fälle tödlich endet.
Diesem unter den Teens heiß gehandelten Thema widmete sich jetzt die Theateraufführung "Hunger" des Ensembles des "Weimarer Kultur-Express" im Theatersaal der Alexander-von-Humbold-Schule. Über 200 Schülerinnen und Schüler erlebten den schicksalhaften Weg der Freundinnen Mara und Nele, die sich vorgenommen haben, überflüssige (?) Pfunde abzuspecken. Ausgelöst durch eine gescheiterte Liebesbeziehung Maraswetten die beiden darum, wer in kürzester Zeit die meisten Pfunde verliert. Obskure Diäten aus einschlägigen Szenezeitschriften werden ausprobiert. Am Anfang geht es mit dem Gewicht auch locker nach unten. |
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| Bald wird mit anderen Mitteln nachgeholfen. Erst soll der Zigarettenkonsum den Appetit hemmen. Später wird literweise Salzwasser getrunken und Finger zum Erbrechen in den Hals gesteckt und schließlich unterbinden Abführdragees jegliche Kalorienaufnahme. Körperlicher Verfall und den "Bohnen"-Tod Maras gab es zum finalen Schluss.
Die Inszenierung gab auch Hinweise, wie Betroffene diesem selbstzerstörerischen Kreislauf entrinnen können. Nele begibt sich in therapeutische Behandlung. Muss aber für sich erkennen, dass die Bulimie Zeit ihres Lebens eine Bedrohung darstellen wird.
Insbesondere die Schülerinnen zeigten sich im Anscluß von der Inszenierung tief beeindruckt. Anna Wohlgemut berichtete, dass auch in ihrem Freundeskreis hier und da ein sportlicher Wettkampf um Pfunde stattfindet. "Natürlich bewundere ich Freundinnen, die eine superschlanke Figur haben", gestand die 14-Jährige. Auch lesen sie und ihre Freundinnen in Szenezeitschriften aufmerk-sam die Diät-Vorschläge. Die Frage, ob sie, nachdem ihr der Weg zur Bulimie so eindrucksvoll vorgeführt wurde, für sich ausschließen könne, dass ihr jemals Vergleichbares passiere, beantwortete Anna zögerlich. "Sicher kann man sich da nicht sein", sinnierte die Schülerin.
Im Lehrerkollegium der Schule wird das Thema Essstörungen nicht unter den Teppich gekehrt und doch ist es im Schulalltag ein höchst sensibler Bereich. "Wir versuchen, sobald wir bei Schülern Essstörungen vermuten, vorsichtig mit ihnen und ihren Eltern darüber zu sprechen und bieten unsere Hilfe an", erklärte Schulleiterin Doris Weege. Doch Schule könne es nicht alleine richten. "Es wäre für uns hilfreich, wenn das Gesundheitsamt in dieser Frage beratend zur Seite stehen würde", hofft Weege auf amtsärztliche Unterstützung. Für Dr. Susanne Behrens, Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung des Gesundheitsamtes, verständlich aber nicht praktizierbar. Natürlich geben wir auf Anfrage Ratschläge und helfen bei der Suche nach Therapeuten und Fachärzten", erklärte die Ärztin dem Courier.
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