|
|
|
|
|
|
|
|
zu den Probenfotos "kaltes Herz" |
|
| taz-Kritik |
|
|
|
|
|
|
|
Weser-Report-Kritik |
|
| Brief der Klase 5c |
|
|
 |
Weser Kurier
Auf der Suche nach dem wahren Reichtum
Irmgard Paulis inszeniert "Das kalte Herz" nach Hauffs Märchennovelle einfühlsam und ausdrucksstark
"Ein warmes, lebendiges Herz, Glück, Reichtum dieser Welt" - bis zu dieser Erkenntnis ist es für Peter Munk ein aufreibender Weg, für das Premeierenpublikum des Weihnachtsmärchens "Das kalte Herz" gestern Abend im Theater am Goetheplatz ein ebenso spannungsreicher wie unterhaltsamer und kustvoll inszenierter Abend.
|
|
Die Geschichte des Kohlenpeters (Johann Zürner), der sich im heimischen Schwarzwald so sehr nach Reichtum und nach Flucht aus dem wenig einträglichen Köhlerdasein sehnt, ist vor allem Freunden Hauffscher Märchennovellen wohl bekannt. Um sein Schicksal zu ändern, versucht Peter zunächst, das Glasmännlein, den Herrn Schatzhauser (Patric Tavanti) als guten Geist der Glasbläser für sich zu gewinnen. Als Sonntagskind, das zwischen 11 und 12 Uhr geboren ist, so geht die Sage, stehen ihm drei Wünsche frei. Doch da die beiden ersten, die ihm der Schutzgeist prompt, wenn auch ungern erfüllt, sein Leben nicht dauerhaft zum Guten weden, erliegt Peter Munk schließlich den Verlockungen des bösen Holländer-Michels (Rafael Banasik).
Er geht mit ihm einen Handel ein, tauscht sein warmes Herz gegen eines aus Stein und viele Goldstücke dazu. So kann er auf Reisen gehen, in Wirtshäusern spielen und tanzen, bis ihm sein Müßiggang zu eintönig wird, denn Freude und Lebenslust kann er ja nicht mehr empfinden. Auf des Michels Rat hin beginnt Peter Munk zu arbeiten. Er verleiht Geld zu Wucherzinsen, um reicher und reicher zu werden. Und er heiratet Lisbeth (Andrea Cleven), in der Inszenierung am Goetheplatz seine Jugendliebe, im Hauffschen Märchen schlicht die Tugendsamste und Schönste des Schwarzwaldes. Als die Ehefrau jedoch schließlich gegen Peters Gebot einem alten, gebrechlichen Mann Wein und Brot nicht |
|
versagen mag, tötet der Mann mit dem steinernen Herzen sie mit einem Schlag seines Peitschenknaufs. Der alte Bettler entpuppt sich als Glasmännlein. Er verdammt Peter für seine Schandtaten, hilft ihm aber schließlich mit dem dritten noch offenen Wunsch. Mit List kann Peter sein herz vom Holländer-Michel zurückholen.
Wie Irmgard Paulis "Das kalte Herz" mit zum großem Teil Originaldialogen, in einer schwungvollen Szenenfolge, mit Musik, Gesang und Tanz sowie mit wunderbaren Figuren atmosphärisch dicht inszeniert hat, brachte dem Stück, Darstellener und Musikern zu Recht mehrmals Zwischenapplaus, am Ende lange Ovationen und Jubel.
Paulis strafft, verändert, modernisiert einfühlsam, wo es gut tut. Die Aufführung entwickelt |
|
 |
|
| sich als Spiegel der Zeit, ohne nostalgisch zu werden, wirkt damit zeitlos, gar zeitgemäß, voller Witz und Ironie, kunstvoll, unterhaltend im besten Sinn. Das trifft auch für das wunderbare Bühnenbild, die Kostüme, Entwicklung und Ausstattung der Figuren zu. So ist "Das kalte Herz" nicht nur etwas für Kinder, sondern für alle Theaterfreunde mit warmen, lebendigem Herzen - und Verstand. |
|
|
|
|
(Frauke Fischer, WK, 1.11.04)
|
|
|
 |
die tageszeitung (taz bremen)
|
|
|
|
Die Schwarzwaldparabel
|
|
|
| Einmal Köhler immer Köhler: Das diesjährige Weihnachtsmärchen am Bremer Theater, Wilhelm Hauffs "Kaltes Herz", erzählt in schwungvollen Bildern und höchst moralisch von der Stabilität der Verhältnisse. Wie schon in den vergangenen Jahren als Regisseurin aktiv: Irmgard Paulis. |
|
| Brauchen KInderstücke so etwas wie Moral? Vor allem brauchen sie eine gut erzählbare Geschichte. Das "kalte Herz" nach Wilhelm Hauff, das jetzt am Goetheplatz als Weihnachtsmärchen Premiere |
|
hatte, hat beides. Wobei die Geschichte gut, die Moral zumindest fragwürdig ist. Sie lautet in Kurzform: Schuster bleib bei deinen Leisten.
Genauer: Köhler-Peter brenn weiter deine Kohlen und gib dich mit den Lebensumständen, in die du hineingeboren bist, zufrieden. Genau die gefallen dem jungen Burschen anfangs überhaupt nicht. Statt mit den anderen im Wirtshaus zu spielen und zu tanzen, muss er im einsamen (Schwarz-) Wald den vom Vater geerbten Kohlenmeiler betreiben. Regisseurin Irmgard Paulis lässt Johann Zürner bitterlich sein Leid beklagen, aus dem ihm zunächst das Glasmännlein mit drei freien Wünschen helfen soll.
Nachdem er die nutzlos vergeudet hat, bleibt nur noch der Verkauf des Herzens an den Holländer-Michel, der ihm dafür unendlichen Reichtum und Unabhängigkeit von allen Gefühlsregungen verschafft.
Das Schöne an Paulis´ Inszenierung: Die Bösen sind die besten Schauspieler. Carlo Laubner, Arne Davids, Lars Wasserthal und Karola Niederhuber sind ein formidables Wirtshaus- beziehungsweise Wanderer-Quartet. Immer wenn gewürfelt, getanzt oder sich geprügelt wird, funktioniert die Szene perfekt, ist sie präzise und hat Drive. Yoshiko Waki hat das so exellent choreographiert, dass man sogar den Einsatz bayerischen Liedguts im alemanischen Schwarzwald gern akzeptiert. |
|
Ausgerechnet beim Holländer-Michel (Rafael Banasik) bestätigt sich das szenische Primat des Bösen allerdings nicht ganz: Dessen gewaltige Gestalt, die aus der Ferne wunderbar bedrohlich wirkt, kokretisiert sich bei längeren Sequenzen allzu sehr in Richtung Altrockerfigur - dabei sind Motorradfahrer im Kern doch bekanntermaßen weiche Kerle. Derweil suchen die wirklich Guten, etwa das gramgebeugte Köhlermütterlein, ihr Heil immer wieder in Musicalanleihen, die aber seltsam aufgesetzt wirken. Ansonsten ist die live eingespielte Musik ein weiterer Trumpf der Inszenierung.
Ähnlich gut wie das meiste Böse finktioniert die Bühne: Petra Korink hat einen rottierenden Hügel mit Tannen und Hüttenarmut bepflanzt, was zwar wie eine überdimensionierte Märklin-Landschaft aussieht, aber einen passenden Rahmen für alle möglichen ausstatterischen Effekte liefert - von lustigen Faunaeinsätzen bis hin zu antinaturalistischen Erweiterungen der Köhlerbehausung im Zuge von Peters zunehmendem Reichtum. |
 |
|
|
|
Schnappschuß während der Hauptprobe |
|
Dessen Aufstieg kann nicht gut enden, sonst würde die frei entfesselte Geldwirtschaft ja ungestrafte Triumphe feiern. In kaltem Zorn erschlägt er also seine Frau, womit er allerdings den eigenen Bosheitsbogen überspannt: Voll Reue will er sein echtes Herz zurück und wieder ein einfacher Köhler sein.
So changiert die Moral zwischen schuhplattelnder Kapitalismuskritik und einer schlichten Warnung: Wer die Verhältnisse verändern will - und seien es die eigenen -, stürzt die Welt in Chaos, Mord und Totschlag. Wer diese Message getrost vergisst, sieht ein über weite Strecken sehr gut gemachtes Weihnachtsmärchen
(Henning Bleyl, taz bremen, 3.11.2004)
|
|
 |
|
Weser Report
|
|
|
|
|
|
|
Glück, Geld & Geister
|
|
| Irma Paulis hat Wilhelm Hauffs "Das kalte Herz" inszeniert |
|
| Regisseurin Irmgard Paulis beweist auch bei der diesjährigen Wintermärchen-Inszenierung des Bremer Theaters ein sensibles Händchen. |
|
| Wilhem Hauffs vor 150 Jahren niedergeschriebene märchenhafte Novelle "Das kalte Herz" lebt von intelligenter Vielschichtigkeit und illustrativer Sprachgewalt. Eingewoben in den Geisterglauben der im Schwarzwald lebenden Menschen nimmt Hauff den Standesdünkel und Neid der ansäs- sigen Handwerker - Flößer, Glasmacher, Kohlenbrenner - aufs Korn. Wer ist besser und reicher? Diese Frage treibt die Menschen um und macht sie blind für die wahren Werte. Das Anhäufen von Geld bestimmt den Lebensrythmus. Am armen unzufriedenen Kohlenbrenner Peter Munk statuiert Hauff ein Exemple. Der Schatzhauser vom Tannenwald, das Glasmännlein, ist die letzte Hoffnung des Sonntagskinds, denn drei Wünsche stehen ihm frei. Doch Peter wünscht unüberlegt, weil gierig. Zwar wird er Besitzer einer Glashütte, kann besser tanzen und spielen, ist stärker und schöner als seine Kontrahenten - doch dieses "Glück" ist mangels Verstand nicht von Dauer. Da bleibt nur noch der Weg zum bösen Zauberer Holländer-Michel, der als Lohn für seine Dienste Peters Herz fordert. Mit einem Herz aus Stein wird der ehemals ungestüme Kohlenmunk zum gefühlskalten Wucherer und gar Mörder.. |
|
Das bunte, fast erschlagende Bühnenbild bricht Paulis ideenreich mit symbolhaften Elementen. Sehr gruselig wirkt die Schatzkammer des Holländer-Michels, in der er die bebenden Herzen hortet. Wunderbar choreographiert (Yoshiko Waki) und präzis inszeniert ist auch der manieristische Ansatz bei den herzlosen Figuren, die wie Aufziehpuppen agieren. Angenehm, dass Paulis auf eine Modernisierung der Hauffschen Sprache verzichtet. Und nicht zuletzt die musikalische Untermalung von David Malazonia, die live gespielt wird, macht "Das kalte Herz" zu einem erlebnisreichen Theaterabend für kleine und große Zuschauer.
(Daniela Barth, WR, 3. 11.04)
|
|
 |
|
|
Brief der Klasse 5c
der IS an der Carl-Goerdeler-Straße in Bremen
Bremen, 14.11.04
Liebe Theaterleute,
wir, die Klasse 5c der IS an der Carl-Goerdeler-Straße in Bremen, waren am 11.11.04 in der Aufführung "Das kalte Herz". Wir fanden die Aufführung super, die Schauspieler, die Tanzeinlagen, die Musik, den Schrank mit den Herzen und eigentlich alles.
Es gab aber auch einige Sachen, die uns genervt, ja sogar geärgert haben.
- Das Gekreische, als das Licht so schnell ausging. Vor uns saßen Kindergartenkinder (!), die sogar geweint haben und sich nicht beruhigen konnten.
Vorschlag: Könnte das Licht nicht langsam heruntergefahren werden? Es muss doch nicht ganz dunkel werden.
Vorschlag: Das Märchen war unserer Meinung nach nicht für Kindergartenkinder geeignet. Sie haben es gar nicht verstanden. Das müsste vorher gesagt werden.
- Von oben haben Kinder aus dem Rang Papier auf uns geworfen und sogar gespuckt. Das war ekelhaft
Vorschlag: Schulen, die solche Karten bekommen auf Rücksichtnahme hinweisen.
- Bei der Musik wurde sofort geklatscht, dass wir den Text überhaupt nicht verstehen konnten.
Vorschlag: Könnten die Schauspieler nicht vor der Aufführung den Kindern sagen, was sie sich von ihnen an Verhalten wünschen. Viele Kinder scheinen noch nie im Theater gewesen zu sein und wissen vielleicht auch gar nicht, wie man sich dort benimmt. Auch zum Beispiel, dass es dort keine Zugaben gibt!
Mit freundlichen Grüßen
|
|
|
|
 |
|
|
|
| oben |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|